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Pressemeldungen, 09.07.2003

15-Millionen-Euro-Projekt: Infraserv Höchst nimmt innovatives Kanal-Sicherungssystem in Betrieb

?Der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt und natürlichen Ressourcen ist ein wichtiger Bestandteil der Infraserv-Philosophie. Wir investieren in den Umweltschutz, weil für uns als Unternehmer und insbesondere als Betreiber eines traditionsreichen Produktionsstandortes der Aspekt der Nachhaltigkeit von großer Bedeutung ist?, sagte Infraserv-Geschäftsführer Dr. Dieter Kreuziger anlässlich der Inbetriebnahme der Absicherungsanlage für das Kühl- und Regenwasserkanalsystem des Industrieparks Höchst. 15 Millionen Euro hat Infraserv Höchst in den letzten Jahren in dieses innovative und hochmoderne System investiert, um die bereits vorhandenen, umfangreichen Sicherungsmaßnahmen zu optimieren.

250.000 Kubikmeter Flusswasser werden täglich benötigt

Ohne Wasser geht im Industriepark nicht viel: Rund 250.000 Kubikmeter Flusswasser werden täglich entnommen, wobei etwa 80 Prozent bei Produktionsprozessen zur Kühlung benötigt werden. Das Kühlwasser bleibt unbelastet und kann über acht Auslässe wieder in den Main geleitet werden. Da zuvor Trübstoffe ausgefiltert werden, ist das Wasser genau genommen nach der Verwendung sogar noch sauberer als zuvor. Mit dezentralen Sicherungsmaßnahmen wurde bislang bereits gewährleistet, dass auch bei Störungen der Produktionsabläufe oder bei Transportunfällen keine verunreinigten Abwässer in den Kühl- und Regenwasserkanal (KR-Kanal) des Industrieparks gelangen konnten. Die zentrale Sicherungsanlage, die nun in Betrieb genommen werden kann, optimiert das System ? es ist sozusagen künftig ?wasserdicht?.

Enge Zusammenarbeit mit Behörden und Kunden

Die Umwelt- und Gewässerschutzexperten der Division ESHAS (ESHAS steht für Environment, Safety, Health, Authority Services) von Infraserv Höchst entwickelten in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Umweltamt Frankfurt, das zum Regierungspräsidiums Darmstadt gehört, ein Konzept, das auch die Belange des Hochwasserschutzes berücksichtigt. ?Die Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde war ausgesprochen konstruktiv?, bilanziert Prof. Dr. Bernd Greiner, Leiter der Division ESHAS und Entsorgung bei Infraserv Höchst. Sein Dank gilt insbesondere auch den im Industriepark ansässigen Unternehmen, die Infraserv bei der Projektierung und Realisierung unterstützten und den Aufwand anteilig mittragen.

?Virtuelle Verlängerung? des Kanalsystems

Zu den Kernelementen des neuen Sicherungssystem gehört die ?virtuelle Verlängerung? des Kanals: In einem so genannten Durchlaufbecken wird eine gleichförmige Strömung erzeugt, an deren Beginn das kontinuierliche Monitoring erfolgt, also die vollautomatische Online-Analyse des Wassers. Das Durchlaufbecken ist so dimensioniert, dass die Auswertung vorliegt, bevor das Wasser den Ausgang des Beckens erreicht hat. Sobald die analysierten Werte außerhalb der Norm liegen, wird der Absicherungsschieber geschlossen. Das kontaminierte Wasser wird dann in Speicherbehälter gepumpt und einer entsprechenden Behandlung zugeführt. Dieses innovative System ermöglichst es, sehr schnell zu reagieren, damit kein belastetes Wasser in den Main gelangt. Das bereits vorhandene Monitoringsystem an den Mainauslässen wurde in das neue Absicherungssystem integriert.

Hochwasserschutz wurde in das Konzept integriert

Vor allem im Nordost-Teil des 4,6 Quadratkilometer großen Industrieparks befinden sich zahlreiche Produktionsanlagen, so dass der Kühlwasserbedarf in diesem Bereich besonders groß ist. Die Mitarbeiter der Tiefbau-Abteilung von Infraserv Höchst entwickelten ein Konzept, das ein Höchstmaß an Sicherheit garantiert. Die Sicherungsanlage wurde so ausgelegt, dass selbst bei einem Zusammentreffen von zwei Ereignissen genügend Speicherkapazität zur Verfügung steht. Auch wenn ein Starkregen den Wasserspiegel im KR-Kanal ansteigen lässt und gleichzeitig der Fall eintritt, dass die Absicherungsschieber zum Main geschlossen werden müssen, würde kein verschmutztes Wasser in den Main gelangen. Hierfür wurden am nördlichen Mainufer zwei großvolumige Speicherbehälter errichtet. Insgesamt beträgt die Kapazität der KR-Absicherungsanlage, die aus zwei unterirdischen Becken, drei oberirdischen Speicherbehältern im nördlichen Werksbereich sowie einem unterirdischen Speicherbecken im Südteil des Werkes besteht, 20.000 Kubikmeter.

Für den Nordost-Teil des Industrieparks ist auch der Aspekt des Hochwasserschutzes von Bedeutung, da dieser Bereich auf der Grundlage des 100-jährigen Hochwassers vom Regierungspräsidium als Überschwemmungsgebiet definiert wurde. Bei Hochwasser bleiben die Absicherungsschieber geschlossen und die großvolumigen Abwasserpumpen des Sicherungssystem leiten das Wasser in den Main. Auf diese Weise kann der Wasserspiegel im KR-Kanalsystem unabhängig vom Mainwasserspiegel normal gehalten werden und das Industrieparkgelände wird selbst bei einem so genannten 100-jährigen Hochwasser nicht überflutet.

Drei Jahre Bauzeit

Begonnen wurde mit dem Bau der Anlage im Jahr 1999. Im vergangenen Jahr konnten die Baumaßnahmen beendet werden, im Anschluss begann der Einbau der kompletten Leittechnik. Hierbei handelt es sich um ein aufwendiges Prozessleitsystem, das unter anderem auch die Anbindung an die Systeme der Gefahrenabwehrmeldezentrale beinhaltet.

Das Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro ist zwar beachtlich, doch ursprünglich war ein weit höherer Betrag veranschlagt worden. Die Reduzierung ist Folge eines geringeren Kühlwasserbedarfs und dezentraler Maßnahmen an den Produktionsanlagen. Letztendlich konnte in Zusammenarbeit mit Behörden, Kunden und Planungsingenieuren eine deutliche Senkung der Kosten erreicht werden, obwohl die hohen Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Anlage und die Sicherheitsstandards nicht zurückgeschraubt wurden.


Bestandteil der Sicherungsanlage für das Kühl- und Regenwassersystem des Industrieparks Höchst sind auch die beiden Speicherbehälter am nördlichen Mainufer.

Infraserv Höchst mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein führender Dienstleister und ganzheitlicher Standortbetreiber für die Chemie- und Pharmaindustrie. Infraserv versorgt Unternehmen der Prozessindustrie mit Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Logistik, Facility Management, Umweltschutz, Sicherheit und Entsorgung, mit Technischen Services, Einkaufsleistungen sowie Qualifikation und Training. Das Unternehmen beschäftigt 4300 Mitarbeiter und erzielte 2002 einen Umsatz von 873 Millionen Euro.

Der Industriepark Höchst ist Standort für über80 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Rund 22.000 Menschen arbeiten täglich im Industriepark. Das Gelände ist 460 Hektar groß; 89 Hektar sind noch frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten insgesamt im Jahr 2002 rund 408 Millionen Euro am Standort nach 450 Millionen Euro im Jahr 2001.


Ihr Kontakt:

Michael Müller
Infraserv Höchst
Telefon: +49 69 305-7952
Telefax: +49 69 305-80025
michael.mueller3@infraserv.com
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