Eigentlich erlernt Frank Schäfer zurzeit den Beruf des Chemielaboranten bei Provadis im Industriepark Höchst. Dass er nun gemeinsam mit seinem Freund Max Broszio den ersten Preis in der Kategorie Physik beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" gewonnen hat, verdankt er einem Zufall. "Wir wollten ein Experiment durchführen und suchten nach einer hitzebeständigen, mikrowellenfesten Unterlage. Dazu bestrahlten wir verschiedene Keramiken und stellten eine deutliche Erwärmung fest", beschreibt Frank Schäfer die ungewollte Entdeckung. Nachdem die beiden feststellten, dass bei längerer Bestrahlung die Keramiken an einigen Stellen zu glühen und zu schmelzen begannen, gingen sie der Sache auf den Grund. "Normaler Weise beginnen Keramiken erst bei 1.500 °C zu schmelzen, wir wollten wissen, wie heiß die verschiedenen Keramiken werden und weshalb sie überhaupt durch die Mikrowellen erwärmt werden", so der junge Nachwuchsforscher. "Bei der Erklärung staunen selbst Fachleute", meint Franz Laut. Als Ausbilder von Frank Schäfer ist er begeistert von dem Forschungsdrang seines Schützlings. "Frank hat zusammen mit seinem Freund herausgefunden, dass Mikrowellen die kleinsten Teilchen von Ionenverbindungen zum Schwingen anregen. Dies geschieht, wie bei Metallen oder Kohlenstoff in der Mikrowelle, durch Anregung der Elektronen. Es äußert sich in Form von Erwärmung. Dieser Effekt tritt umso stärker auf, je "enger" die Teilchen beieinander sind: Im Pulver von Salzen liegen sie weiter entfernt als im fertigen Produkt, und je mehr Masse vorhanden ist, desto mehr Energie wird aufgenommen, weil weniger Mikrowellen die Keramik durchdringen können, ohne diese zu erwärmen. Die Erwärmung dauert so lange an, bis der Stoff schmilzt - das Ionengitter zerstört wird."
Der Provadis-Auszubildende Frank Schäfer (li.) und sein Freund Max Broszio (re.) gewannen mit ihrem Beitrag über die Erhitzung von Keramik durch Mikrowellen den ersten Platz beim Landeswettbewerb "Jugend forscht". © Infraserv Höchst
Was sich kompliziert liest, stellt für die Industrie aber eine wichtige Erkenntnis dar. "Als Anwendungen lassen sich Öfen denken, die nicht wie normale Elektroöfen Stunden brauchen, um auf Temperatur zu kommen, sondern nur wenige Minuten. Energieersparnis pur. Auch ist es möglich
Keramik- oder Glasplatten miteinander zu "verschweißen", wie es sonst nur bei Metallen möglich ist. Auch das Bohren solcher Werkstoffe wird völlig staubfrei möglich", meint Frank Schäfer und fühlt sich durch einen Beitrag in der Fachzeitschrift "Science" bestätigt. "Ein israelischer Forscher hat die gleiche Feststellung wie wir gemacht und seinen Beitrag veröffentlicht".
Immerhin mussten sich Frank Schäfer und Max Broszio gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen. Zwei Tage lang präsentierten 38 Teilnehmer ihre Arbeiten einer Fachjury. Aus den Händen von Kultusministerin Karin Wolff konnten die beiden bei der Preisverleihung in Darmstadt ihre Urkunden entgegen nehmen.
Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH wurde als Spin-Off der Hoechst AG gegründet und ist heute ein Unternehmen der Infraserv Höchst. Mit rund 1.600 Auszubildenden und über 10.000 Weiterbildungsteilnehmern an den Standorten Frankfurt und Marburg gehört Provadis zu den führenden Anbietern von Bildungsdienstleistungen in Hessen. Rund 400 internationale Kunden nutzen in Partnerschaften und Kooperationen das Know-how von Provadis auf den Gebieten der Aus- und Weiterbildung, der Personal- und Organisationsentwicklung und bei der Entwicklung von E-Learning-Konzepten.
Mit der Gründung der Provadis School of International Management and Technology (PSIMT) schafft Provadis die Möglichkeit, durch ein berufsbegleitendes Studium international anerkannte Bachelor-Abschlüsse in den Studiengängen Business Administration, Business Information Management und Chemical Engineering zu erlangen.