Um die Klimaerwärmung aufzuhalten, bekennen sich viele Regierungen in Europa zu ambitionierten Reduktionen von Treibhausgasemissionen, die auch mit einem Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft verbunden sind. Um diese Ziele zu erreichen, sind Innovationen dabei der maßgebliche Schlüssel zum Erfolg. Ein neuartiges Bildungsprogramm mit dem Namen Pioneers into Practice soll gezielt den Innovationsprozess in Europa unterstützen. In einem knapp halbjährigen Programm entwickeln die Teilnehmer anhand eines learning-by-doing-Ansatzes Ideen für neue Produkte und Prozesse für eine kohlenstoffarme Gesellschaft und sorgen gleichzeitig für die nötige Vernetzung innerhalb Europas zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung. Die im Industriepark Höchst ansässige Provadis School of International Management and Technology ist für die operative Begleitung von Pioneers into Practice in Hessen zuständig.
Europäische Initiative
Initiator des Programms ist das europäische Forschungskonsortium Climate-KIC, das gestützt wird durch das European Institute of Innovation and Technology (EIT). Das European Institute of Technology wurde im Jahr 2010 von der Europäischen Union gegründet als europäische Antwort im Bereich der Spitzenforschung auf das Erfolgsmodell der Spitzenforschung in den USA, dem Massachussetts Institute of Technology (MIT). Das Climate-KIC beschäftigt sich mit den Forschungsfragen zum Thema Klimawandel und umfasst fünf der bedeutendsten akademischen Ein-richtungen Europas (Imperial College London, ParisTech, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Delft/Utrecht/Wageningen und ETH Zürich), zehn Unternehmen (Bayer, Beluga Shipping, CISCO, DSM, EDF SAP, Schipol Airport, Shell, Solar Valley and Thales) sowie sechs europäische Regionen (Zentralungarn, Emilia Romagna, Hessen, Niederschlesien, Region Valencia und West Midlands), die gemeinsam die Regional Innovation and Implementation Community (RIC) bilden.
Hessisches Konsortium
Jede einzelne Region stellt wiederum ein Konsortium aus Unternehmen, Forschungs-, Bildungs- sowie Verwaltungseinrichtungen dar. Verantwortlich für die Region Hessen ist die TU Darmstadt, die gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Aktivitäten in Hessen steuert. Weitere Teilnehmer sind seitens der Hochschulen und Forschungsstätten unter anderem Goethe-Universität, die Universität Kassel, die Provadis-Hochschule sowie die Fraunhofer Gesellschaft. Seitens der Unternehmen sind die Deutsche Bank, Evonik und Infraserv Höchst, die Betreibergesellschaft des Industrieparks Höchst, vertreten.
Im Climate-KIC arbeiten Wirtschaft, Forschung und Politik gemeinsam daran, effiziente Lösungen für das Klimawandelproblem zu finden, so Prof. Dr. Rolf Katzenbach, Direktor des TU Darmstadt Energy Centers und Vorsitzender des regionalen Konsortiums Hessen-RIC. Wir in Hessen beteiligen uns an den inter-nationalen Forschungsprojekten und sorgen gleichzeitig für eine regionale Um-setzung der Forschungsergebnisse. Mit unserem Pioneers into Practice-Programm wollen wir unser Netzwerk nun weiter öffnen und Außenstehenden ermöglichen, sich aktiv am Innovationsprozess zu beteiligen.
Internationales Programm
Die Teilnehmer des Pioneers into Practice-Programms durchlaufen drei Projektein-sätze à vier Wochen. In diesen Projekteinsätzen sollen konkrete Innovationen in den Bereichen low-carbon living und low-carbon mobility entwickelt und auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft werden. Einer der Projekteinsätze erfolgt im Ausland in einer der RIC-Regionen. Begleitet wird das Programm durch interdisziplinäre Workshops zum Thema Innovationen. Am Ende des Programmes werden die Er-gebnisse aller Programmteilnehmer in Europa auf einem Innovation Festival zu-sammengeführt, das im Sommer 2011 in Ungarn stattfinden wird.
Teilnehmer und Projektstellen noch gesucht
Das Pioneers into Practice Programm wird jährlich durchgeführt. Für die erste Auf-lage, die im Oktober 2010 beginnt, werden noch interessierte Teilnehmer und Projektstellen gesucht. Für Christoph Denecke vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und Mitglied der Hessen-RIC Führung bietet die Teilnahme am Programm einzigartige Chancen: Pioneers into Practice bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, an Lösungen für eines unserer dringlichsten Probleme mitzuarbeiten. Persönlich kann jeder zudem Kenntnisse aus verschiedenen Fachbereichen sammeln, sein Netzwerk international erweitern und somit weit über seinen eigenen Tellerrand hinaus schauen. Die Teilnehmer des Programms werden für die Projekteinsätze entlohnt, Reisekosten sind ebenfalls abgedeckt. Darüber hinaus bekommt jeder erfolgreiche Absolvent des Programms ein Zertifikat des European Institute of Technology. Gesucht werden Teilnehmer aus verschiedenen Fachbereichen und mit unterschiedlichen Hintergründen. Die Vielfalt der Teilnehmer ist für uns einer der Erfolgsfaktoren für Pioneers into Practice. Deshalb begrüßen wir Bewerbungen aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft, erklärt Denecke.
Institutionen, die gerade an Projekten zum Thema Klimawandel arbeiten, können sich gerne als Partner für Pioneers into Practice anbieten und Projektstellen zur Verfügung stellen. Die gastgebenden Institutionen werden in das Programm integriert und können z.B. auch an den Workshops und am Innovation Festival in Budapest teilnehmen und profitieren somit ebenfalls von dem internationalen Netzwerk. Kosten fallen keine an, da die Projekteinsätze der Teilnehmer vom European Institute of Technology finanziert werden.
Die Provadis School of International Management and Technology, Partner im Hessen-RIC, ist für die operative Begleitung von Pioneers into Practice in Hessen zuständig. Prof. Dr. Hannes Utikal, Mitglied der Hochschulleitung der Provadis-Hochschule, verspricht sich viel vom Programm. Mit Pioneers into Practice leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Klimawandelproblems. Ich bin davon überzeugt, dass Pioneers into Practice bereits im ersten Jahr ein voller Erfolg wird, so Utikal.
Interessenten für die Teilnahme und auch für die Bereitstellung von Projektstellen können detaillierte Informationen unter
pioneersintopractice@provadis-hochschule.de anfordern.
Ansprechpartner in Hessen:
Dipl.-Kfm. Christoph Auch
Provadis School of International Management and Technology AG
Industriepark Höchst - Gebäude B 845
D 65926 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 305-41880
Telefax: +49 (0)69 305-16277
pioneersintopractice@provadis-hochschule.de