Pressemeldungen,
16.09.2009
Genehmigung für EBS-Anlage rechtmäßig erteilt
Hessischer Verwaltungsgerichtshof weist BUND-Klage ab Von der Anlage werden keine schädlichen Auswirkungen für die Umwelt ausgehen
Die Genehmigung für die Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst ist rechtmäßig. Heute hat der 6. Senat des hessischen Verwaltungsgerichtshofes in Kassel die Klage des BUND gegen die vom Regierungspräsidium Darmstadt im Februar 2008 erteilte Genehmigung abgewiesen. In der Anlage sollen Ersatzbrennstoffe (EBS), also heizwertreiche Siedlungs- und Gewerbeabfälle, für die Energiegewinnung und die -versorgung der Industriepark-Unternehmen genutzt werden. Die Inbetriebnahme erfolgt Ende des Jahres.
Selbstverständlich wurden bei Planung und Bau der Anlage von Beginn an alle gesetzlichen Grundlagen beachtet und alle Richtlinien eingehalten. Daher bestand für uns zu keiner Zeit ein Zweifel daran, dass die Genehmigung rechtmäßig erteilt wurde, kommentiert Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst, den Urteilsspruch der Kasseler Richter. Aus Sicht von Infraserv Höchst und der Betreiberfirma Thermal Conversion Compound Industriepark Höchst GmbH (T2C), an der Infraserv mit 83,5 Prozent beteiligt ist, sei es wichtig gewesen, dass sich der hessische Verwaltungsgerichtshof mit dem Projekt beschäftigt hatte. Wir sind sehr zufrieden, dass nun alle Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Genehmigung ausgeräumt wurden. Von der Anlage werden keine nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt ausgehen.
Ausbau der Energieversorgung sichert 22.000 Arbeitsplätze
Mit dem Bau der Ersatzbrennstoffanlage, die im Südwesten des Industrieparks Höchst entsteht und die ein Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro aufweist, wurde im Mai 2007 begonnen, nachdem das Regierungspräsidium Darmstadt den vorzeitigen Baubeginn zugelassen hatte. Die Anlage wird
70 Megawatt elektrische Leistung beziehungsweise 250 Tonnen Dampf pro Stunde liefern und ist für eine maximale Kapazität von 675.000 Jahrestonnen ausgelegt. Die thermische Verwertung heizwertreicher Abfallfraktionen wird zur Energieversorgung des Industrieparks Höchst beitragen, in dem 90 Unternehmen ansässig sind. 22.000 Menschen arbeiten täglich an dem Standort, der sich sehr positiv entwickelt und an dem allein im vergangenen Jahr über 600 Millionen Euro investiert wurden ein Rekordwert, der die dynamische Entwicklung des Standortes deutlich werden lässt. Da insbesondere die für die chemische und pharmazeutische Produktion wichtige Dampferzeugung vor Ort erfolgen muss, ist der Ausbau der von Infraserv Höchst betriebenen, derzeit bereits voll ausgelasteten Energieerzeugungskapazitäten dringend erforderlich. Die Investition in die Energieerzeugung leistet somit einen erheblichen Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze im Industriepark.
Die gesetzliche vorgeschriebene thermische Verwertung von heizwertreichen Ersatzbrennstoffen reduziert die Abhängigkeit des Industrieparks Höchst von den Entwicklungen des Energiemarktes. Diese heizwertreichen Bestandteile von Siedlungs- und Gewerbeabfällen sind anders als fossile Energieträger auf dem heimischen Markt verfügbar. Energiekosten sind bei produzierenden Unternehmen von großer Bedeutung: der Industriepark Höchst kann im globalen Standortwettbewerb nur bestehen, wenn auch die Energiepreise international wettbewerbsfähig sind.
Infraserv Höchst mit Sitz in Frankfurt am Main betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie, Pharma und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Höchst. Infraserv Höchst versorgt Unternehmen mit Energien und Medien, übernimmt Entsorgungsleistungen und stellt Flächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum. Als hundertprozentige Tochtergesellschaften gehören Infraserv Logistics, Provadis Partner für Bildung und Beratung und der Technikumsdienstleister Technion zur Infraserv-Höchst-Gruppe.
Die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und 128 Auszubildende. Zur Infraserv-Höchst-Gruppe gehören rund 2.700 Mitarbeiter und 159 Auszubildende. Infraserv Höchst erzielte inklusive der Tochtergesellschaften im Jahr 2008 mehr als eine Milliarde Euro Umsatz.
Der Industriepark Höchst ist Standort für rund 90 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Rund 22.000 Menschen arbeiten im Industriepark. Das Gelände ist 460 Hektar groß; davon sind noch 50 Hektar frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten im Jahr 2008 insgesamt über 600 Millionen Euro am Standort. Die Summe der Investitionen beträgt seit dem Jahr 2000 etwa 3,7 Milliarden Euro.
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