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Historie

Der Industriepark Frankfurt-Höchst - eine Erfolgsgeschichte

Die Ursprünge des Industrieparks Frankfurt-Höchst gehen zurück auf das Jahr 1863. Viele Beispiele dokumentieren die lange Geschichte von Erfindungen und Innovationen.

Dauerausstellung Zeitstreifen im Foyer Gebäude C 820, Besucherempfang Tor Ost
Öffnungszeiten: Montag - Donnerstag, 7.00 - 16.30 Uhr, Freitag 7.00 - 15.00 Uhr
Zeitstreifen online: Eine Dokumentation zur Industriegeschichte

Besuchstage im Peter-Behrens-Bau

1951 – heute
1925 – 1951
1863 – 1925

2010
In diesem Jahr ist der Bau einer neuen Gasturbinenanlage geplant, die aus zwei Gasturbinen mit jeweils 45 Megawatt elektrischer Leistung besteht. 70 Millionen Euro investiert Infraserv Höchst hiermit in die weitere Optimierung der Energieversorgung im Industriepark Höchst.

Des Weiteren soll für fünf Millionen Euro eine der modernsten und technisch anspruchsvollsten Bioerdgas-Aufbereitungsanlagen in ganz Deutschland entstehen. Ein weiterer Beitrag zum praktizierten Klimaschutz. Das Energieversorgungsunternehmen Mainova wird das aufbereitete Bioerdgas in das öffentliche Versorgungsnetz einspeisen.

2009
Eine neue Medienbrücke zur Versorgung der Produktionsanlagen im Südteil des Industrieparks mit Dampf oder verschiedenen Rohstoffen wird von Infraserv Höchst errichtet.

Am westlichen Rand des Industrieparks Höchst entsteht eine neue, farbig gestaltete Schallschutzwand, die den Lärmschutz deutlich verbessert.

Der italienische Industriegase-Konzern SOL investiert 20 Millionen Euro in den Bau einer Produktionsanlage zur Verflüssigung technischer Gase im Industriepark Höchst. Infraserv Höchst übernimmt das Management und den Betrieb der Anlage.

2008
Infraserv Höchst beginnt mit dem Bau der Ersatzbrennstoff-Anlage. Im südlichen Teil des Industrie-Areals entsteht für rund 44 Millionen Euro ein hochmodernes Logistik Center. Mit rund 70.000 Palettenlagerplätzen ist das Neue Logistik Center im Industriepark Höchst das größte Lager für chemische Produkte in Hessen.

In diesem Jahr investieren die rund 90 Standortgesellschaften mehr als 602 Millionen Euro im Industriepark Höchst.

2007
Infraserv Höchst plant den Bau einer Ersatzbrennstoff-Anlage mit einer Jahreskapazität von 675.000 Tonnen. Sie soll 70 Megawatt elektrische Leistung bzw. 250 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen und die Energieversorgung der Standortunternehmen zu international wettbewerbsfähigen und attraktiven Konditionen sicherstellen. Mit einem Projektbudget von rund 300 Millionen Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition, die bisher im Industriepark Höchst getätigt wurde.

2006
Der Industriepark Höchst beteiligt sich mit den Unternehmen Clariant, sanofi-aventis und Infraserv Höchst an der bundesweiten Veranstaltungsreihe "365 Orte im Land der Ideen".
Der Industriepark ist nun einer der 365 Orte, die in diesem Jahr mit ihren Aktivitäten ein Beispiel geben für die Innovationskraft und den Ideenreichtum Deutschlands.

Infraserv Höchst engagiert sich weiter für die Nutzung umweltschonender und erneuerbarer Energien: Eröffnung einer Wasserstoff-Tankstelle am Industriepark Höchst im Rahmen des EU-Projektes „Zero Regio“ und Bau einer Co-Fermentationsanlage zur Erzeugung von Biogas aus Klärschlämmen und organischen Abfällen.

2005
Die Unternehmen im Industriepark investierten im Jahr 2005 über 340 Millionen Euro am Standort. U. a. entstanden eine Biodieselproduktionsanlage, eine Pharmawassererzeugeranlage und ein Biozentrum für Medikamente. Das Biozentrum mit seiner hochmodernen Technologie bildet die Brücke zwischen innovativer Forschung und effizienter Produktion und ist damit ein wichtiger Baustein für die Zukunftssicherung des Standorts Industriepark Höchst.

2004
Der Trimodalport am südlichen Mainufer des Industriepark Frankfurt-Höchst wird fertiggestellt. Durch ihn werden die Verkehrsträger Wasser, Schiene und Straße ("trimodal") miteinander verknüpft.

Schiff auf Stelzen: Gebäude B 852Die Aktionärsversammlung beschließt die Auflösung der Hoechst AG, die zuletzt als Zwischenholding von Aventis, heute sanofi aventis, diente.
Minderheitsaktionäre müssen ihre Aktien im Rahmen eines Squeeze-out-Verfahrens an die Mutterholding Aventis veräußern.

An der östlichen Peripherie des Industrieparks wird ein Büro- und Funktionsgebäude errichtet, das aufgrund seiner ungewöhnlichen Form den Namen "Schiff auf Stelzen" erhält. Das topmoderne Gebäude vereint architektonische Raffinesse und Wirtschaftlichkeit durch innovative Technik.

2003
Aventis, heute sanofi aventis,investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in den Bau einer neuen Insulinanlage.

2001
Die von den Unternehmen im Industriepark Frankfurt-Höchst investierte Rekordsumme von rund 450 Millionen Euro lässt den Standort weiter wachsen. Unter anderem entstehen ein neues Mehrzwecklaborgebäude und ein neunstöckiges Bürogebäude im Süden.

2000
Rund 350 Millionen Euro werden im Industriepark investiert. Aventis und Diabel bauen im Südteil je eine neue Anlage zur Produktion von Insulinen (LIP, Lantus). Im Dezember stellt der Industriepark das weltweit größte Verteilsystem für hochreines Wasser vor.

1998
Zum Jahresbeginn übernimmt die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG als Betreibergesellschaft das Management des Standortes. Rekordinvestitionen im Industriepark.

1997
Der Industriepark Frankfurt-Höchst öffnet sich für konzernfremde Unternehmen.

1995
Im Hoechst Integriertes Managementsystem (HIMS) werden die Managementsysteme für Qualität, Arbeitsschutz, Anlagensicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz zusammengeführt.

1994
Mit dem Programm „Aufbruch ´94“ beginnt die Umstrukturiertung der Hoechst AG und die Einführung einer neuen Organisationsstruktur.
Im Rahmen eines Abbruchprogramms werden in der Nordhälfte des Werkes in den kommenden Jahren 138 Gebäude abgerissen, es entstehen zehn Hektar bebaubare Freifläche.

Luftaufnahme Forschung 1990-er Jahre - © HistoCom GmbH1991
Es wird mit dem Bau der Klärschlamm-Verbrennungsanlage begonnen, die jährlich 160.000 Tonnen Klärschlamm thermisch nutzen kann und die Deponiemenge drastisch reduziert.

1979
Die Analytik erhält ein neues Gebäude im Forschungszentrum.

1978
Die neue Rückstands-Verbrennungsanlage nimmt ihren Betrieb auf. Die bei der Verbrennung freigesetzte Energie wird in das Werksnetz eingespeist und erspart jährlich 20.000 Tonnen Heizöl.
1972
Der stetig wachsende Industriepark benötigt eine zweite Mainbrücke. Die kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke schließt den Südteil des Werkes an das Schienennetz an. Der Hafen auf der Südseite wird für die Containerverladung ausgebaut.
Am Tor Ost entsteht der Neubau der Werksärztlichen Abteilung.
Über 10.000 Mitarbeiter sind in der Forschung tätig.

1967
Für 60 Millionen DM entsteht eine neue Pharmafertigung.
Die erste europäische Großkläranlage für Chemieabwässer geht im Westen des Werkes in Betrieb. Am Tor Nord optimiert der S-Bahn-Haltepunkt Farbwerke Hoechst die regionale Anbindung des Geländes.

Luftaufnahme 1960-er Jahre - © HistoCom GmbH1963
Vertretungen in über 100 Ländern machen den Namen Höchst und Hoechst im Jubiläumsjahr weltweit bekannt. Die neuen Pharmapräparate Streptase und Haemaccel etablieren sich auf dem Markt. Die Jahrhunderthalle Hoechst setzt in den nächsten Jahrzehnten kulturelle Glanzpunkte im Frankfurter Westen

1960
Als erster Komplex des neuen Forschungszentrums auf der Südseite ist das Hauptlaboratorium G 830 fertig.
Das neue Ausbildungszentrum in der Nähe von Tor Ost entsteht (heute Provadis).

1959
Baubeginn für ein neues Forschungszentrums südlich des Mains und der ersten Werksbrücke. Im neuen Südteil entstehen Anlagen für organische und petrochemische Produkte sowie ein Hafen, der 1967 fertiggestellt wird.

1957
Vorboten einer neuen Zeit: Die Großrechenanlage IBM 705 geht in Betrieb. Die Farbwerke rufen eine Studienstiftung ins Leben. Die Produktion von Remazol-Farbstoffen, mit denen auch Baumwolle licht- und waschecht eingefärbt werden kann, beginnt.

1956
Neue Anforderungen brauchen eine optimierte Infrastruktur: Die Ost-West-Achse, die Straßenverbindung zwischen Tor West und C 660, entsteht.

Aufnahme Westteil mit Kohlentransportanlage 1950-er Jahre - © HistoCom GmbH1951
Neugründung der Farbwerke Hoechst AG, vormals Meister Lucius & Brüning. Zwei große Forschungsgebäude entstehen: Eines für die Pharmaforschung und eines für die Farben- und Zwischenproduktforschung. Die traditionellen Arbeitsgebiete werden verstärkt und die Produktpalette um Synthesefasern und Kunststoffe verbreitert. Das Unternehmen internationalisiert sich.

1947
Ein Penicilin-Wundpuder, hergestellt nach einem im Krieg entwickelten Verfahren, kommt auf den Markt.



1945
Nach der Auflösungsverfügung der I.G. Farbenindustrie AG durch die Alliierten 1945 steht das Werk Höchst von 1945 bis 1951 unter US-Administration.

1939
Durch den Mangel an Arbeitskräften kommen Kriegsgefangene, Fremd- und Zwangsarbeiter aus zahlreichen Ländern Europas zum Einsatz. Etwa neuntausend von ihnen arbeiten im Werk Höchst.

1938
Das Werk besteht seit 75 Jahren. 9.580 Menschen arbeiten zu diesem Zeitpunkt in der Fabrik. Ausbau der Arzneimittelforschung. Höchst besitzt das erste industriell eingesetzte Elektronenmikroskop.

Nach 1933
Der Betriebsalltag in den Werken wird nach 1933 zunehmend von den Nationalsozialisten mitbestimmt, was beispielsweise in den sogenannten „Arisierungen“ deutlich wird. Die wirtschaftliche Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges und die anschließende Kriegswirtschaft prägen auch die I.G. und ihre Werke.

1930
Unter der Leitung von Dr. Otto Scherer und Dr. Franz Schloffer werden im Werk Fluor-Polymerisationskunststoffe hergestellt, die unter dem Namen Hostaflon bekannt werden.

Luftaufnahme 1927 - © HistoCom GmbH1925
Im Dezember fusionieren die Unternehmen der Interessengemeinschaft zur IG Farbenindustrie Aktiengesellschaft. Sitz des Unternehmens ist das IG-Farbenhochhaus im Norden Frankfurts. Aus der Fabrik wird ein Werk der IG Farben mit dem Werksleiter Professor Paul Duden an der Spitze. 10.500 Mitarbeiter stehen auf den Lohn- und Gehaltslisten.

1921
Beginn der Düngemittel- und Pflanzenschutzmittelproduktion im Werk nach mehrjähriger Forschung.



1919
Der Berliner Designer und Architekt Peter Behrens plant und baut das neue Technische Verwaltungsgebäude der Farbwerke Höchst. Baubeginn im Frühjahr 1920, im Juni 1924 beziehen die Ingenieure und Kaufleute die Büros. Das Gebäude gilt als herausragendes Beispiel expressionistischer Architektur.

1916
Die größeren deutschen Chemieunternehmen bilden eine Interessengemeinschaft, die IG Farben. Die Firmen bleiben bis 1925 rechtlich selbständig, sprechen aber ihre unternehmerischen Entscheidungen untereinander ab.

1914
Fast die Hälfte der Beschäftigten muss Kriegsdienst leisten, 564 kehren nicht zurück. Ein Großteil der Anlagen wird stillgelegt.

1910
Paul Ehrlich entwickelt in langjähriger Forschungsarbeit das Medikament Salvarsan, eine Arsenverbindung, die sich als hochwirksam zur Behandlung der Syphilis erweist. Dieses Präparat und seine Nachfolger werden von den Farbwerken produziert.

1909
Die Infrastruktur des Geländes wächst weiter: Eine Hausdruckerei wird eingerichtet, die mit ihren Schnellpressen vor allem für die Färberei (Musterkarten und Zirkulare) sowie für die Pharma tätig ist.

Zeichnung Rundbad und Benzollager 1908 - © HistoCom GmbH1904
Die Ära der Kraftfahrzeuge hält auch in den Industriepark Einzug: Sie beginnt 1904 mit einem Elektromobil von Scheele in Köln, im Folgejahr kommt ein Elektrowagen von Lohner in Wien hinzu. In den Jahren 1906 und 1907 werden die ersten Benziner in Dienst gestellt, ein Horch-Personenwagen und zwei Lieferwagen für das Kaufhaus. Die Elektroautos erweisen sich besonders auf Grund der aufwendigen Wartung der Batterien als wenig wirtschaftlich. Der Verbrennungsmotor setzt sich durch.




1898
Eine zentrale elektrische Licht- und Kraftzentrale versorgt das gesamte Gelände. Ende der 90-er Jahre wird die Antriebstechnik grundlegend verändert: Elektromotoren ersetzen die bisherigen Dampfmaschinen.

1894
Der Betrieb zur Herstellung von Heilserum nimmt die Produktion auf. Bis in die dreißiger Jahre entstehen hier Seren und Impfstoffe, darunter das von Emil von Behring entwickelte Serum gegen Diphterie. Drei Jahre später folgen Antitoxin gegen Wundstarrkrampf und das fiebersenkende Pyramidon. Außerdem gelingt die Synthese von Indigofarbstoff.
Die Gasbeleuchtung der Fabrikhöfe wird auf Elektrizität umgestellt.

1892
Mit Tuberkulin zur Bekämpfung der Lungentuberkulose, entwickelt von Robert Koch, beginnen die Farbwerke Höchst die Herstellung immunologischer Medikamente. Namhafte Naturwissenschaftler arbeiten auch in der Folgezeit vielfach erfolgreich mit dem Mutterunternehmen zusammen.

1891
Am heutigen Tor Ost entsteht ein Gebäudekomplex für die Feuerwache und die Remisen.

1889
Das erste „Forschungszentrum“, das Hauptlabor, wird gebaut. An seiner Stelle befindet sich heute das Gebäude D 725. Das Hauptlabor beheimatet auch die Wissenschaftliche Bibliothek.

Zeichnung 1888 - © HistoCom GmbH1885
Die erste „Konsum-Anstalt“, später Kaufhaus genannt, wird nahe Tor Ost eröffnet. Am Jahresende erhalten die Kunden eine Gewinn-Rückvergütung.

1883
Ein neues Kapitel in der Geschichte des Standortes beginnt: Die Herstellung von Arzneimitteln wird aufgenommen.




1879
Das Werk erhält den ersten Gleisanschluss an das preußische Eisenbahnnetz. Pferde ziehen die interne Schmalspurbahn, die so genannte „Rollbahn“, ab 1884 übernimmt eine Dampflok diese Aufgabe.

Zeichnung von Riese 1872 - © HistoCom GmbH1869
Erschließung des neuen Werksgeländes westlich des Liederbachs, wo Zwischenprodukte und der rote Farbstoff Alizarin hergestellt werden. Mit Alizarin gelingt die erste bedeutende Synthese eines Naturfarbstoffs. Auf dem neuen Areal entsteht das erste Wasch- und Badehaus für die Fabrikarbeiter.



Gemälde von Jakob Becker, Schwiegervater von Meister und Lucius sowie Schwager von Müller, 1866 - © HistoCom GmbH1864
Die Baukonzession für das erste Laboratorium auf dem Gelände wird erteilt.

1863
Auf einer Grünfläche westlich der Stadtmauern von Höchst entstehen die ersten Gebäude für die Produktion:
Die Chemische Fabrik Meister Lucius & Co. nimmt mit fünf Arbeitern, einem Chemiker und einem Kontoristen den Betrieb auf. Erstes Produkt ist der blauviolette Farbstoff Fuchsin, im Spätjahr folgt ein lichtechtes Aldehydgrün. Beide Produkte bilden das Fundament für den erfolgreichen Aufstieg der „Rotfabrik“.
Auf dem Gelände steht die erste Dampfmaschine mit einer Leistung von 3 PS zur Verfügung.

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