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Ersatzbrennstoff-Anlage

Investition in die Zukunft des Standorts

Infraserv Höchst errichtet Ersatzbrennstoffanlage – Projektbudget bei rund 300 Millionen Euro – 40 neue Arbeitsplätze

Infraserv Höchst errichtet eine Ersatzbrennstoffanlage mit zirkulierender Wirbelschicht im Industriepark Höchst mit einer maximalen Gesamtkapazität von 675.000 Jahrestonnen. Das Projektbudget liegt bei von rund 300 Millionen Euro. Der Grundstein für die neue Anlage wurde im ersten Halbjahr 2007 gelegt, mit der für 2009 vorgesehenen Inbetriebnahme werden 40 neue Arbeitsplätze entstehen. Zur Realisierung der Projektes wurde die Betreibergesellschaft „Thermal Conversion Compound Industriepark Höchst GmbH“ (T2C) gegründet, an der Infraserv Höchst maßgeblich beteiligt ist.

Bei den so genannten Ersatzbrennstoffen handelt es sich um die zuvor sortierten und aufbereiteten, trockenen heizwertreichen Fraktionen von Haus- und Gewerbeabfällen, die gemäß der „Technischen Anleitung Siedlungsabfall“ (TASi) seit 1. Juni 2005 nicht mehr deponiert werden dürfen. Der Bau der Anlage im Industriepark Höchst erhöht in der Rhein-Main-Region damit die Verwertungskapazitäten für Ersatzbrennstoffe, die für die umweltfreundliche Energieerzeugung genutzt werden können, indem sie fossile Brennstoffe wie Steinkohle und Erdgas ersetzen.

Investition in die Standortattraktivität

„Der Bau der EBS-Anlage ist ein zentraler Bestandteil unseres ganzheitlichen Energiekonzeptes für den Industriepark Höchst“, erklärt Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst. „Wir wollen unsere eigenen Energieerzeugungskapazitäten ausbauen, um im Interesse unserer Standortkunden unabhängiger von den Entwicklungen auf dem Energiemarkt zu werden.“ Dabei setzt Infraserv Höchst auf ressourcenschonende und kosteneffiziente Produktionsanlagen. „Auf diese Weise können wir unseren Kunden langfristig Energie zu international wettbewerbsfähigen Preisen bereitstellen“, so Dr. Mohr. „Für die produzierenden Unternehmen vor Ort sind die Energiekosten ein entscheidender Erfolgsfaktor. Mit der EBS-Anlage investieren wir in die Attraktivität und die Zukunft des Standortes.“

70 Megawatt Leistung, 250 Tonnen Dampf pro Stunde

Die Anlage wird etwa 70 Megawatt elektrische Leistung beziehungsweise 250 Tonnen Dampf pro Stunde in das Netz des Standortes einspeisen – Mengen, die angesichts der dynamischen Entwicklung im Industrieparks Höchst dringend benötigt werden. Durch die gleichzeitige Nutzung von elektrischem Strom und Dampf ist die thermische Verwertung der Ersatzbrennstoffe im Industriepark besonders effizient. Auch bei dem bestehenden, von Infraserv Höchst betriebenen Kraftwerk ist der Energieausnutzungsgrad aufgrund der Kraft-Wärme-Kopplung mit rund 90 Prozent sehr hoch.

Bei der Verbrennung werden die Ersatzbrennstoffe in ein zirkulierendes Wirbelbett aus Quarzsand eingetragen. Diese Technologie garantiert einen hohen Ausbrand, da sich die feinen, glühendheißen Sandpartikel mit den Ersatzbrennstoffen und der Verbrennungsluft vermischen und ein intensiver Wärmeübergang erfolgt. Verwertet werden nur Materialien, die zuvor von den Lieferanten auf der Grundlage einer detaillierten Qualitätsspezifikation entreichert, sortiert und aufbereitet wurden. In der Anlage erfolgt zusätzlich eine Qualitätskontrolle in mehreren Schritten. Die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase werden in einer leistungsfähigen, mehrstufigen Rauchgasreinigung von Schadstoffen befreit. Bei der Abluftqualität der EBS-Verbrennung sind die Grenzwerte der Vorgaben zur Verbrennung von Abfällen einzuhalten, die deutlich strenger sind als dies bei den Anforderungen für ein herkömmliches Kraftwerk der Fall ist.

Errichtet wird die Anlage im Südwesten des Industrieparks Höchst. Das ca. 50 bis 60 Meter hohe Kesselhaus und die rund 80 Meter hohen Schornsteine werden zukünftig die Silhouette des Industrieparks prägen. Der eigentliche Kraftwerksblock wird etwa 30 Meter hoch. Als Generalunternehmer wird die Firma Ebara den kompletten Bau der Anlage inklusive der Anlagentechnik übernehmen. Ebara ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Sitz in Japan, das breite Erfahrung im Bereich der zirkulierenden Wirbelschicht-Technologie vorweisen kann und schon zahlreiche Anlagen dieser Art realisiert hat. Die technische Konzeption der EBS-Anlage erlaubt ein breites Annahmespektrum bei den Brennstoffen. Neben der bereits gewährleisteten weitgehenden Besicherung der Anlage, die durch langfristige Verträge mit einer Reihe von EBS-Lieferanten sichergestellt wird, garantiert somit auch die Konzeption der Anlage auf lange Sicht einen dauerhaften Betrieb.

Keine Belästigungen für das Umfeld

Die Anlieferung der Ersatzbrennstoffe wird über ein separates Tor an der Südgrenze des Industrieparks erfolgen. Aufgrund der guten Autobahnanbindung entsteht somit keine zusätzliche Verkehrsbelastung für die benachbarten Stadtteile, da keine Ortsdurchfahrung erforderlich ist. Vom Betrieb der Anlage wird auch keine Lärmbelästigung für die umliegenden Stadtteile ausgehen, die gesetzlich vorgeschriebenen Richtwerte werden unterschritten. Durch gestaffelte Maßnahmen zur Geruchsminderung kann eine Belästigung der Mitarbeiter im Industriepark und der benachbarten Wohnbereiche – der Abstand zu den Bebauungsgrenzen von Sindlingen und Kelsterbach beläuft sich auf rund 750 Meter – weitestgehend ausgeschlossen werden. So erfolgt der Transport der Ersatzbrennstoffe mit geschlossenen Lastwagen. Die Lkw fahren in eine geschlossene Vorhalle ein und entladen direkt in den von der Vorhalle abgetrennten Lagerbereich. Die Luft der Vorhalle und des Lagerbereichs wird abgesaugt und als Verbrennungsluft in den Öfen genutzt. Die gesamte Qualitätskontrolle der Ersatzbrennstoffe erfolgt ebenfalls in geschlossenen Räumen, so dass hier keine Beeinträchtigungen für das Umfeld zu erwarten sind. Dies gilt nicht nur für die Anwohner in den benachbarten Stadtteilen, sondern auch für die Industriepark-Mitarbeiter, die in Betrieben im Umfeld der geplanten Anlage beschäftigt sind. Infraserv Höchst hat als Standortbetreibergesellschaft ein großes Interesse daran, Belästigungen gleich welcher Art für die am Standort ansässigen Unternehmen und deren Mitarbeiter auszuschließen.

„Wir haben viel Erfahrung, wenn es um den Betrieb technisch komplexer Infrastruktur-Einrichtungen geht. Einer von vielen Gründen, warum der Industriepark Höchst ein idealer Standort für eine derartige Anlage ist“, erklärt Dr. Roland Mohr, der darauf verweist, dass die Schaffung von zusätzlichen Entsorgungskapazitäten an Industriestandorten einen wichtigen Beitrag zur Beseitigung der gegenwärtigen Entsorgungsengpässe leistet.

Dr. Mohr: Verbindung von ökonomischen und ökologischen Vorteilen

Infraserv Höchst engagiert sich seit Jahren für die Nutzung umweltschonender und erneuerbarer Energien. Die Weiterentwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie wird aktiv unterstützt, unter anderem durch die federführende Beteiligung an dem EU-Projekt „Zero Regio“, in dessen Rahmen jetzt eine Wasserstoff-Tankstelle am Industriepark eröffnet wurde. Der Bau einer Biogasanlage zur Erzeugung von Biogas aus Klärschlämmen und organischen Abfällen ist eine weitere Maßnahme, die der umweltfreundlichen Energieerzeugung dient. „Unser ganzheitlicher Ansatz der Energieversorgung baut optimal auf den einzigartigen Anlagenverbund des Industrieparks Höchst auf. Die neuen Projekte verknüpfen dabei die ökologischen und ökonomischen Aspekte in hervorragender Weise“, unterstreicht Dr. Roland Mohr.


Fakten zur Ersatzbrennstoff-Anlage:

  • Projektbudget: rund 300 Millionen Euro
  • 40 neue Arbeitsplätze
  • Leistung: 70 Megawatt elektrische Leistung beziehungsweise 250 Tonnen Dampf pro Stunde

Kontakt

Michael Müller
Unternehmenskommunikation
Telefon: +49 69 305-7952
Telefax: +49 69 305-80025
michael.mueller3 (at) infraserv.com

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